Grabenhaus Rose

Hier wohnte Grabenwärter-Vorarbeiter Demuth, der als wohl einziger Mitarbeiter die jeweilige Grabenbrust schon mit einem Moped befahren durfte, während die einfachen Grabengänger ihre bis zu 40km täglich zu Fuß zurücklegen mussten.
Vor dem Grabenhaus standen Tische und Stühle, um vorbeikommenden Wanderern Getränke auszuschenken.

Text: Hans-Jürgen Dressel, Goslar, 2013

Bild Eyecatcher: Grabenhaus Rose 2015

Grabenhaus Rose auf einer historischen Postkarte.


Dr. Hugo Haase beschreibt in seinem Buch "Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz" die Situation im Jahr 1961 am Grabenhaus Rose wie folgt:
>> Beim Weiterwandern auf dem vielbegangenen Grabenweg führt uns der Dammgraben zum "Grabenhaus Rose", das oberhalb der einst meist genannten Grube Rose am Schatzkammerzug liegt. Hier verweilen wir einen Augenblick . Bei gutem Wetter kann es geschehen, das der Grabenwärter daheim ist und uns berichtet, welche Strecken er an den bislang von uns erkundeten Gräben zu betreuen hat. Und wir erfahren staunend, daß das gesamte System das uns "rund um den Bruchberg" bis jezt beschäftigt hat, sein "Revier" ist!
Bis in den letzten Zipfel von Abbe- u. Rotenbeeker Graben (Clausthaler Flutgraben) muß er für den störungsfreien Ablauf der Wasser sorgen. Bei beständiger Witterung ist der Dienst erträglich. Wehe aber, wenn Sturzregen, Schneeschmelze, Sturm und Hochwasser die Elemente entfesseln, im Blitzschlag Bäume stürzen und krachend den Weg verwehren! Da gilt es rechtzeitig die Fehlschläge zu öffnen und ebenso bald sie wieder zu schließen. Die raschen Wetterumschläge verlangen eine ständige Bereitschaft von dem Grabenwärter und seinen Helfern.
Abwärts vom "Grabenhaus Rose" liegt das Revier des nächsten Grabenwärters, der im Dammhaus seinen Sitz hat.
So sind alle Grabenstrecken sorgfältig eingeteilt und in die Obhut unermüdlicher Männer gegeben, die bei jeden Wetter - und vor allem bei dem schlechtesten!- ihrer Pflicht nachgehen.<< (Haase 1961: 22,23)
Heute wohnt kein Grabensteiger mehr im Grabenhaus Rose. Das Haus ist heute zur Ferienwohnung umgebaut worden.
Auch die öffentliche Bewirtschaftung gibt es nicht mehr. Das Haus hat aber einen besonderen Charme, und wer mal im Harz abseits in der Natur Ferien machen möchte, findet hier sicherlich ein wunderbares Domizil.

Der Graben wird zur Zeit von den Harzwasserwerken (HWW) betreut. Der Grabenwärter läuft heute im vierwöchigen Rythmus am Graben entlang, befreit die Rechen von Schwemmaterial, führt kleinere Reparaturen aus und dokumentiert die größeren Schäden, damit diese von den HWW abgestellt werden können.

Den Zauber der Landschaft bei Starkregen, Sturm und Gewitter kann man heute aber noch erleben. Wetterfeste Kleidung vorrausgesetzt, bietet eine solche Unternehmung ein Naturerlebnis besonderer Güte.

Wer einmal im Grabenhaus Rose urlauben möchte, dem sei hier die Telefonnummer der Vermieter genannt:
Tel.: 0049/5328 1781
Hd.: 0170 7034187

Quellen:

Dressel, Hans Jürgen (2013): mündliche Berichte anläßlich einer
Wanderung des Clausthaler Vereins, Goslar.

Haase, Hugo(1961): Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz.
1. Auflage: Clausthal-Zellerfeld , S. 22,23.





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