Wanderung am Abbegraben.

Eyecatcher: Die Abbe unterhalb des ehemaligen Abbe-Schuts.

Die Abbe erschließt sich einem am schönsten auf der Tour 1: Rundtour zum Welterbe "Abbegraben".

Von der Siedlung Torfhaus führt uns der Weg entlang des Großen Torfhausmoores, weil aus ihm die Radau entspringt auch Radaubornmoor genannt, zum WaldWandelWeg.
Der Weg, angelegt vom Nationalpark Harz, zeigt das Werden und Vergehen in dieser einzigartigen Landschaft.

Der Abbe-Schut, eingezeichnet vom Verfasser auf der Welterbekarte. Quelle Karte: (MWK 2008:IV-15)

Der Weg führt uns weiter entlang des Abbe-Schuts, auf alten Karten findet man für diese Anlage noch den Namen "Abbe-Arm".
Heute laufen Heerscharen von Wanderern hier entlang ohne das Bauwerk zu beachten. Kein Schild macht auf diese Anlage aufmerksam.

Haase schrieb in seinem Buch: Kunstbauten alter Wasserwirtschaft wie folgt:

>> Die Abbe bietet noch eine weitere Besonderheit aus einer viel älteren Wasserwirtschaft des Harzes: Wenig unterhalb der Ableitung des Abbegrabens ging früher ein "Abbe-Arm" von der Abbe zur Radau hin. Die Teilung hieß "Abbe-Schut" (Schütz). Mit dieser Verstärkung der Radau sollte zur Zeit Herzog Julius um 1575 die Flößerei gefördert werden. Zuweilen haben des Nachts die benachteiligten Eckeranlieger versucht, das Wasser wieder in die Ecker zurückzuleiten. Heute ist die Anlage nicht mehr in Gebrauch, der Graben durch große Granitsteine versetzt. Den Namen der Abbe auf den Physiker Abbe zurückzuführen- wie es in einem Harzführer geschieht-, ist abwegig. Lang vor diesem Herrn, der von 1840-1905 lebte, ist ja schon die Abbe-Schut überliefert. Im oberen Radautal lassen sich auch noch Reste von 6 Teichdämmen auffinden, die zu der gleichen Zeit für die Flößerei errichtet waren.<< ( Haase, 1961, S. 17)

Diese Teichdämme, von denen Haase berichtet, können heute nicht mehr besucht werden. Sie liegen unterhalb des Großparkplatzes Torfhaus, im Radautal, in der Kernzone des Nationalparks. Ein Schild der Harzwasserwerke macht auf die Anlagen aufmerksam.
Folgt man dem Wanderweg entlang des Radautales zum Radauwasserfall, kommt man, bevor man auf die Fahrstraße zur Eckertalsperre kommt noch an einer weiteren Radauschleuse vorbei.

Quelle Haase: Haase, Hugo (1961): Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz. 1. Auflage: Clausthal-Zellerfeld, Seite 17.

Der Abbe-Schut und die Floßschleusen im Radautal auf der Karte von Großkurt und Ernst aus dem Jahr 1675.
Unten links bei "Süd" der Abbe-Schut.

Quelle: Niedersächsisches Landesarchiv - Staatsarchiv Wolfenbüttel STAWO K Nr. 20205.

Der Standort des Abbe-Schuts mit dem Beginn des Grabens, durch die beschriebenen Granitsteine verlegt, direkt oberhalb der Brücke.

Die Abbe oberhalb des Abbe-Schuts.
Die Altvorderen nutzten die erste Möglichkeit das Wasser über die Wasserscheide zur Radau hinüber zu leiten. Oberhalb des Schuts fließt die Abbe, ähnlich wie die verdeckte Ilse, teilweise unter großen Granitsteinen, das Wasser ist nicht sichtbar. Zudem versperrt das Radaubornmoor, mit seinen zum Teil 6m mächtigen Torflagern, dem Wasser den Weg nach Westen.

Das große Torfhausmoor (Radaubornmoor) gegen Ende unsere Wanderung. Hier bietet sich ein kurzer Abstecher vom Abbegraben hinüber zum Bohlenweg über das Moor an.

Quelle Welterbekarte, Bild 2:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft u. Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (2007): Antrag zur Eintragung der Oberharzer Wasserwirtschaft in die UNESCO-Welterbeliste, Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar.Hannover/Braunschweig, Ausschnitt aus Anhang IV-15, Einzeichnung Abbe-Schut vom Verfasser.

Links :

Was haben die Moore mit dem Klima zu tun?

Warum Torf?

Stiftung Lebensraum Moor.

Download:

Josten, Hans (2010): Die Bedeutung der Moore für den Klimawandel. Universität Greifswald.
Quelle: URL http://www.dgmtev.de/ Stand: 25.11.2010.

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