Oberes Rosenhöfer Gefälle.

Eyecatcher: Die Wiesenteiche um Buntenbock, Speicherteiche des Rosenhöfer Gefälles.
Quelle Bild: Harzwasserwerke: Webseite, www.harzwasserwerke.de/: Downloadbereich, Stand 22.11.2015.

1743.

Die Rosenhöfer Gefälle auf der Karte von Rausch aus dem Jahr 1743 zeigt die Speicheranlagen mit den Transportgräben hinüber zum Rosenhöfer Zug. Die heute bestehenden vielen Wasserläufe von den Speicherteichen zum Rosenhöfer Zug existieren noch nicht. Das Wasser wird noch in Gräben geführt. Die Karte ist noch nicht genordet. Oben ist Süden. Quelle Karte: Ausschnitt aus Rausch(1743)
Quelle: HSTAH BaCl Rissarchiv Nr. 1896-2.

1893.

1893 ist ein Großteil der Gräben hinüber zum Rosenhöfer Zug bereits abgeworfen. Einzig ein Teil des Flammbacher Flutgrabens wird zu Sammelzwecken noch betrieben. Der Junkernfelder Graben bringt noch Wasser aus dem Oberen Fall des Sumpfteiches zum Unteren Rosenhöfer Gefälle.
Quelle Karte: HSTAH BaCl Rissarchiv Nr. 997

1966.

Die kollorierte Karte von Haase aus dem Jahr 1966 zeigt die Anlagen der Rosenhöfer Gefälle, hier in blauer Darstellung. Die orange dargestellten Einrichtungen dienen zu diesem Zeitpunkt dem Wilhelm-Schacht-Gefälle. Die rot eingezeichnenten Anlagenteile gehören zum Grundner Gefälle. Der Untere Fall des Ziegenberger Teiches gehört 1964 bereits zum Grundner Gefälle.
Quelle Karte: Haase, Hugo, Lampe, Wolfgang (1985): Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz. 5. Auflage: Clausthal-Zellerfeld, Seite 13. Kolloration vom Verfasser.

Unterer Nassewieser Teich

Am heute aufgegebenen Unteren Nassewieser Teich begann 1964 noch das Obere Rösenhöfer Gefälle.

>>Unterhalb des Teichdammes (des Benedikter Teiches, Anm. des Verfassers)..... lässt sich in einer Bodenkerbe der einstige Bachlauf der Innerste feststellen. Träge schlich ihr Wasser vormals über die Hochfläche. Die Wiesen versumpften, Brüche bedeckten das Gelände. Forstorte wie lange Brüche, Pixhaier Moor, drücken das aus.
So boten sich zur nützlicheren Verwendung solche nassen Wiesen als Staubecken an. Der "Obere Nassenwieser Teich" und der "Untere Nassenwieser Teich" sind daher die ersten Teiche, die den Innerstlauf verwandelten. <<(Haase 1961; S. 6)

Der Untere Nassenwieser Teich stellte zur letzten Betriebszeit durch die Preussag den östlichsten Speicherteich dieses Systems dar. Heute ist er abgeworfen, außer Betrieb. Nach der Nutzung durch die Preussag kam es zu Problemen mit der Dichtung des Dammes so das er aufgegeben werden musste.
Der Obere Nassenwieser Teich gehörte 1966 zum Wilhelmschachtgefälle.

Quelle Bild:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft u. Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (2007): Antrag zur Eintragung der Oberharzer Wasserwirtschaft in die UNESCO-Welterbeliste, Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar.Hannover/Braunschweig.
B 67-01 Die Form des trockenen Teichs ist im Wald klar erkennbar_08.2004 HWW-Tei.

Bärenbrucher Teich.

Der Bärenbrucher Teich, ein Blick in den südöstlichen Zipfel dieses Teiches. Dieser Teich hat zwei Striegel (Ablässe). Der Obere Striegel entwässert in den Bärenbrucher Wasserlauf, den jüngsten der Wasserläufe des Kulturdenkmals Oberharzer Wasserwirtschaft, in das "Obere Rosenhöfer Gefälle".
Der untere Striegel (Grundablass) entwässert in den Ziegenberger Teich und über deren oberen Striegel in das "Untere Rosenhöfer Gefälle".
>>Gebaut wurde er Jahre 1644 gelegentlich der zweiten Aufhöhung des "Ziegenberger Teiches", nachdem...der Forstschreiber Hedemann seine Wiese, genannt der Bärenbruch ... zu dem Zwecke überlassen hatte. Man wird den Namen wohl von Beeren und nicht von Bären herleiten dürfen.(Haase 1966: S. 6)

Der Überlauf des Bärenbrucher Teiches mit dem Striegelhäuschen für den oberen Fall. Direkt darunter beginnt der Bärenbrucher Wasserlauf.
Quelle: MSeses . Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -Stand 22.11.2015.

Bärenbrucher Wasserlauf.

Mit einer Länge von 920m wurde dieser erst Jahr 1949 gebaut und ist der jüngste der Oberharzer Wasserläufe. Mit ihm beginnt die Leitungsstrecke des Oberen Rosenhöfer Gefälles.
Quelle Bild: Harzwasserwerke: Webseite, www.harzwasserwerke.de/: Downloadbereich, Stand 16.06.2012.

Pixhaier u. Schwarzenberger Teich.

Der Pixhaier Teich (oben rechts) und der Schwarzenberger Teich stellen die nächsten beiden Speicherelemente im Oberen Rosenhöfer Gefälles dar. Der "Pixhaier -(Mühlen)Teich" ist von 1644, der Schwarzenbacher Teich bereits aus dem Jahr 1611/14.
>>Am Pixhaier Teich schließt sich eine neue Grabentour im Oberen Schwarzenbacher Graben an. Hier hinein mündet der Obere Fall des des Pixhaier und des Schwarzenbacher Teiches. Aufs neue gehen die Wasser unterirdische Wege im Oberen Schwarzenberger Wasserlauf, lassen sich unterhalb des unterhalb des Hasenbacher Teiches kurz einmal sehen, um mit den Zugängen dieses Teiches im Oberen Hasenbacher Wasserlauf weiterzuziehen.<<Quelle: Haase, Hugo (1966): Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz. 1. Auflage: Clausthal-Zellerfeld, S. 10.


Quelle Bild:
Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft u. Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (2007): Antrag zur Eintragung der Oberharzer Wasserwirtschaft in die UNESCO-Welterbeliste, Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte Erzbergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar.Hannover/Braunschweig.
B 51-01_ 08.2004 HWW-Tei.

Hasenbacher Teich.

Der Damm des Hasenbacher Teiches (T 19) mit seinem Überlaufbauwerk.

Der Hasenbacher Teich war von 1979 bis zur 1992 ein Betriebsteich des Erzbergwerk Bad Grund.
Über den Haus Braunschweiger Graben sowie den nachfolgenden Schulte-Stollen-Graben, stellte er mit weiteren Teichen Betriebswasser für die Turbinen des Grundner Gefälles und die Erzaufereitung in Bad Grund zur Verfügung.

Folgende Teiche des Rosenhöfer und des Grundner Gefälles wurden von 1979-1992 hierzu genutzt:

Oberer Hahnebalzer Teich (T44)
Haderbacher Teich (T43)
Semmelwieser Teich (T20)
Unterer Flambacher Teich (T22)
Oberer Flambacher Teich (T21)
Prinzenteich (T42)
Hasenbacher Teich (T19)
Sumpfteich T18)
Ziegenberger Teich (T17)
Bärenbrucher Teich (T16)
Oberer Nassewieser Teich (10)
Pixhaier Teich (T15)
Schwarzenbacher Teich (T14)

In vielen dieser Teiche hat sich durch die schwankenden Wasserstände eine besondere Flora entwickelt.
Um diese schützenswerte Flora zu erhalten wurde für viele Teiche ein "Wasserstandsmanagement" entwickelt. In den entsprechenden Teichen wird der Wasserspiegel alle 5-7 Jahre abgesenkt um diese, zum Teil auf der roten Liste stehenden Atern zu erhalten.

Weitere Literatur zu diesem Thema finden Sie hier:

Baumann, Kathrin, Täuber,Thomas (1999) Kleinseggenriede und Zwergbinsen-Gesellschaften der Stauteiche des Westharzes. [9.588 KB] URL: public.bibliothek.uni-halle.de/index.php/hercynia/article/ Stand 09.12.2015.

Baumann, Kathrin; Teicke, Justus (2010): Talsperrenbetrieb für den Naturschutz. [221 KB] URL: www.talsperrenkomitee.de/pdf/talsperrensymposium Stand 09.12.2015.

Die Widerwaage des Hasenbacher Teiches.

Von links kommend zieht das Wasser des Oberen Rosenhöfer Gefälles, aus dem Schwarzenberger Wasserlauf kommend, über die Widerwaage hinein in in den Oberen Hasenbacher Wasselauf nach rechts.

Der Innenausbau des Oberen Hasenbacher Wasserlaufs in der Nähe des Eingangsmundlochs.

Die Karte von Dumreicher zeigt die Situation der Gräben u. Teiche im Jahr 1866.
Quelle: HSTAH BaCl Rissarchiv Nr 996_1

Semmelwieser Teich

Hinter den Oberen Hasenbacher Wasserlauf nimmt der Graben die Wasser des 1743 gebauten Semmelwieser Teiches auf. Unterhalb des Teichdammes beginnt heute die Betongrabentour. Um für Betriebssicherheit der Anlagen zu sorgen wurde der Graben während der letzten Betriebszeit zu einer abgedeckten Grabentour umgebaut.

Quelle Bild: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (2008) Antrag zur Eintragung der Oberharzer Wasserwirtschaft in die UNESCO-Welterbeliste
Hannover/Braunschweig Bild B 52-01; 05-2005, HWW-Tei.

Der Damm Oberen Flambacher Teiches,darüber sieht man den Unteren Flambacher Teich.
Der Obere Flambacher sowie der obere Fall des Unteren Flambacher Teiches stellen die westlichsten und letzten Speicherelemente des Oberen Rosenhöfer Zuges Gefälles dar.
Ab hier nun beginnt eine Reihe von Wasserläufen, die nur durch kurze Fenster unterbrochen, zur Zeit der letzten Betriebsphase der Preussag, dem Ottiliae-Schacht zustreben.
Hinter dem Oberen Klein Clausthaler Wasserlauf nahm die Grabentour noch das durch die Pumpen vom Unteren Rosenhöfer Gefälles gehobene Wasser auf.

Quelle Bild: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (2008) Antrag zur Eintragung der Oberharzer Wasserwirtschaft in die UNESCO-Welterbeliste
Hannover/Braunschweig. B 10-01 08.2004 HWW-Tei.

Mundloch des Oberen Flambacher Wasserlaufs.
Quelle: Nietzel Hans-H. (1983) Die alte Oberharzer Wasserwirtschaft. Herzberg, S 37.

Nachdem Das Wasser den Oberen Klein Clausthaler Wasserlauf durchquert hat ging es durch ein Siebhaus in zwei Röhrentouren die sich in einem Sammelbehälter mit dem Wasser des Unteren Rosenhöfer Gefälles trafen.
In der Messtation Rosenhof kam nun noch das Wasser des Zellbachgefälles dazu. Gemeinsam strebte das Wasser dann dem Wasserschloss am Ottiliae-Schacht zu.

Quelle: Ausschnitt aus: K92-97 2 Schema Ottiliaeschacht-Gefälle NLA HSTA BaCl Nds. 540 Acc. 2 Nr. 776.

Der Lageplan der Betriebsgebäude des Ottiliaeschachtes zeigt blau eingezeichnet die Rohrleitungen die von den jeweiligen Gefällen dem Wasserschloss zugeführt werden.

Das Wasser der Rosenhöfer Gefälle fließt von unten zu. Aus dem Wasserschloss geht es nun in die Druckleitung zu den Turbinen auf der Ernst-August-Stollen Sohle in 337m Tiefe.

Quelle: KW47 142 Ottiliaeschacht Betriebsgebäude NLA HSTA BaCl Nds. 540 Acc. 2 Nr. 776