Lauenthaler Kunstgraben

Für 397 Jahre war der ca. 8 km lange Lautenthaler Kunstgraben die Lebensader und Energiequelle des Lautenthaler Bergbaues.

In seiner letzten Betriebszeit führte er das Wasser für zwei Wasserkraftwerke in Lautenthal heran.

Bis 1967 liefen in der Nachnutzungsphase des Bergbaus die Turbinen in Lautenthal. Mit dem Auslaufen der Verstromung des Wassers wurde der Graben abgeworfen und folglich nicht mehr unterhalten.

Heute ist der Graben über weite Strecken ohne Wasser. Teilweise wurde er von der Forst zum Forstweg umgewidmet. Dazu wurde kurzerhand die Grabenbrust in den Graben geschoben. So ergibt sich ein schöner, niveaugleicher Weg zum Abtransport des geschlagenen Holzes.

Die Wasserläufe sind schon seit vielen Jahren nicht mehr unterhalten, die Mundlöcher teilweise verschüttet, andere in einem fragwürdigen Zustand.

Erst ab dem Hölltal für der Graben etwas Wasser. Hier gab es einmal den Versuch der Aufwältigung des Grabens durch den damaligen Besitzer des Bergbaumuseums "Lautenthals Glück", Wolfgang Borges.
Das Wasser hat eine kurze Zeit den Nachbau eines Kunstrades auf dem Gelände des Bergwerkmuseums beaufschlagt.

Heute kündet von dieser Betriebsperiode zwischen dem Hölltal und dem ehemaligen Turbineneinlauf in Lautenthal noch der "Verzug".
Die Grabenbrust wurde hier durch Bohlen und Moniereisen, alte Grubenbahnschienen und Bohrgestänge zu befestigt.
Heute ist das Holz des Verzuges größtenteils vergangen. Nur die eisenrnen Bauteile ragen noch über weite Strecken aus der Grabenbrust heraus.

Eine Wanderung an diesem Graben ist ein Erlebnis.
Beginnt man seine Wanderung am ehemaligen Wehr in Wildemann, dem Beginn des Kunstgrabens, so findet man auf seinem Weg viele Hinterlassenschaften des Bergbaus. Man begegnet nicht mehr unterhaltenen Fehlschlägen, kann in die alten Mundlöcher der Wasserläufe blicken, geht über alte Halden und kommt am Ende seiner Wanderung, oberhalb Lautenthal, in eines der best erklärten montanhystorischen Gebiete des Harzes.
Hier gibt es den Nachbau eines Kunstgestänges zu endecken, man kann das Bergbaumuseum "Lautenthals Glück" besuchen oder einfach am Ende seiner Wanderung im "Maaßener Gaipel" einkehren.

Bahnunterführung des Wassers

Diese Unterführung bring auch heute noch das Wasser des 13 Lachter Stollens hinüber zum Wehr an Innerste. Das Wasser münded oberhalb des Wehres in die Innerste und konnte über das angestaute Wehr hinüber in den Lautenthaler Kunstgraben geleitet werden. In früherer Zeit wurde das Wasser über ein hölzernes Gefluder über die Innerste in den Graben geleitet. Näheres dazu im Link "Geschichte".

Das Wehr am Beginn des Grabens zu seiner letzten Betriebszeit durch die Preussag  in den 1950er Jahren. (Haase 1961 S.77)
Das Wehr am Beginn des Grabens zu seiner letzten Betriebszeit durch die Preussag in den 1950er Jahren. (Haase 1961 S.77)
Zustand des Wehres 2013. Das Wehr ist zum Steg degradiert, die wasserbaulichen Regeleinrichtungen fehlen.  Stand: 2012.
Zustand des Wehres 2013. Das Wehr ist zum Steg degradiert, die wasserbaulichen Regeleinrichtungen fehlen. Stand: 2012.

Das Wehr an der Ableitung des Lautenthaler Kunstgrabens aus der Innerste bei Wildemann.
Einmal zu seiner letzten Betriebszeit zum Zweck der Stromerzeugung in Lautenthal vor 1961 und der Zustand als Kulturdenkmal im Jahr 2013.

Quelle linkes Bild:
Haase, Hugo (1961): Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz, 1.Auflage: Clausthal-Zellerfeld, S. 77.

Fehlschlag 115 an der Stollenkappe

Schon seit vielen Jahren wird der Graben nicht mehr unterhalten. Auf dem Weg nach Lautenthal findet man viele Fehlschläge. Teils gut erhalten und von den Harzwasserwerken noch bis 1998 instandgesetzt, teilweise schon verfallen. Manchmal finden sich die verwendeten Hölzer noch im Graben an und sind nur in der vegetationslosen Zeit noch sichtbar. Stand: 2013.

Einlaufmundloch des Wl Adlersberg Nord

Das Wasser floß auf seinem Weg nach Lautenthal durch duch insgesamt drei kurze Wasserläufe. Diese Wasserläufe wurden angelegt um den Graben im schwierigen Gelände betriebssicher zu gestallen. Heute sind sie allesamt schlecht unterhalten und dienen bestenfalls als Fledermausquartier. Stand: 2012.

Quellen:

Haase, Hugo (1961) Kunstbauten alter Wasserwirtschaft im Oberharz. 1. Auflage 1961: Clausthal-Zellerfeld, S. 77.



Der Lautenthaler Kunstgraben im Internet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lautenthaler_Kunstgraben

http://www.bgv-lautenthal.de/Kunstgraben/Kunstgraben.html